Freiheit vom Korsett religiöser Vorschriften-Über Galater 4,21-31 mit Link zur Audiodatei, ausgestrahlt von ERF Plus Radio

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in Bibel heute am 05.10.2018

Abraham, seine zwei Söhne von verschiedenen Müttern, Hagar die Magd, Sara seine Frau, zwei Bündnisse, der Berg Sinai in Arabien, Knechtschaft und Freiheit…
Was ist das alles, worum geht es hier?

Um das zu verstehen, lade ich Sie ein, etwas mit mir zurückzugehen.
Der Bibelabschnitt, der eben gelesen wurde, ist aus einem Brief vom Apostel Paulus.
Diesen Brief sandte er an die Christen, die in der römischen Provinz Galatien lebten. Paulus hatte dort die gute Botschaft verkündet und viele Menschen hatten den Glauben an Jesus Christus angenommen. Sie waren Christen geworden. Sie hatten ihren Aberglauben und die heidnischen Kulte zurückgelassen. Sie waren frei geworden von den Zwängen und von der Furcht, die der Götzendienst auf sie ausgeübt hatte. In Gott hatten sie Freiheit, Geborgenheit und Frieden gefunden.
Zumindest eine Zeit lang. Bis die sogenannten Judenchristen zu ihnen kamen und sie und ihren Glauben durcheinanderbrachten. Paulus musste nun einiges richtig stellen. Deshalb schrieb er diesen Brief.

Was genau war das Problem?
Die Judenchristen waren Juden, die wie die Christen in Galatien auch daran glaubten, dass Jesus Christus der versprochene Messias ist, der kommen wird, um sein Reich aufzurichten. Sie glaubten auch daran, dass er der Retter ist, der gestorben und auferstanden ist, um die Menschheit von der Sünde und ihrer Macht zu befreien. Und auch daran, dass jeder Mensch, der an Jesus Christus glaubt, die Vergebung Gottes findet und das Geschenk des Ewigen Lebens erhält. Aber die Judenchristen glaubten noch etwas anderes. Nämlich, dass der Glaube allein nicht genügt, um gerettet zu werden und in das Reich Gottes einzugehen. Sie behaupteten, dass man auch die Gesetze der jüdischen Religion einhalten muss. Mit anderen Worten, man muss gewisse Werke dazutun.
Diese judenchristlichen Missionare verkündeten ein anderes Evangelium. Eine andere Botschaft, die die Galater unter Druck setzte und sie verwirrte. Das war nicht die Botschaft, die Paulus gebracht hatte. Das war nicht die gute Nachricht, die Freiheit und Freude schenkt. Das war der Weg zurück zur inneren Sklaverei.
Paulus musste die unverfälschte Wahrheit verteidigen. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“, schreibt er weiter im Kapitel 5 Vers 1. Mit anderen Worten: Jesus hat euch befreit! Bleibt frei! Sucht nicht wieder nach Satzungen, die euch versklaven!
Um das mit der Freiheit und der Sklaverei zu verdeutlichen, bringt Paulus Abraham als Beispiel.

Abraham gilt als der Stammvater Israels. Seine Frau Sara und er waren kinderlos. Aber Gott gab Abraham das Versprechen, dass seine Nachkommen zahlreicher sein werden, als die Sterne am Himmel. Sara konnte allerdings keine Kinder bekommen. Also half sie etwas nach. Sie gab ihrem Mann, nach dem damaligen Brauch, ihre Magd Hagar und mit ihr bekam Abraham einen Sohn, Ismael.
Das war aber nicht der Sohn, den Gott versprochen hatte. Ismael war der Sohn, der aus einer menschlichen Überlegung und Handlung kam. Und er war der Sohn einer Sklavin und selbst ein Sklave. Isaak, der Sohn der Verheißung, den Gott Abraham versprochen hatte, kam später. Als gemeinsames Kind von Abraham und Sara, trotz ihrer Kinderlosigkeit und trotz ihres hohen Alters. Im Gegensatz zu Ismael war Isaak nicht das Kind einer Sklavin, sondern einer freien Frau. Er war selbst ein freier Mann.
Paulus verwendet Abrahams Verbindungen zu diesen zwei Frauen als ein Bild für die zwei Bündnisse, die Gott mit den Menschen geschlossen hat. Das Bündnis im Alten Testament und das Bündnis im Neuen Testament.

Das alte Bündnis, das Bündnis der Gesetze, schränkte durch seine vielen Satzungen die Freiheit der Menschen ein. Die Erfüllung all dieser Gesetze war eine Last, die die Menschen zu Knechten machte, um es so auszudrücken, wie Paulus im Vers 24. Dieses alte Bündnis vergleicht Paulus mit der Verbindung zwischen Abraham und der Sklavin Hagar. Aus dieser Verbindung kam Ismael und er hatte kein Teil am Erbe Abrahams. Das ist ein Bild dafür, dass die Menschen nicht durch Gesetze und Werke das ewige Leben erben können.

Das neue Bündnis mit Gott vergleicht Paulus mit der Verbindung zwischen Abraham und Sara. Aus dieser Verbindung kam Isaak, der Sohn der Verheißung. Das ist ein Bild dafür, dass die Menschen das Ewige Leben erben werden, die nicht auf ihre eigene Bemühung vertrauen, sondern auf Gottes Versprechen. Sie dürfen in das ewige Reich Gottes eingehen. Als Geschenk, nicht weil sie es verdient haben, sondern weil Gott ihren Glauben belohnen wird. Gott verspricht ihnen das Ewige Leben. Ein Leben mit unglaublichen Perspektiven und 70 unvorstellbaren Möglichkeiten. Ein Leben in der Gemeinschaft mit dem Größten, dem Mächtigsten, dem Höchsten und dem Herrlichsten. Gibt es etwas, dass das noch toppen könnte?

Paulus musste während seiner Missionsreisen vieles erleiden und oft um sein Leben 75 fürchten. Er wurde verfolgt, verhaftet, geschlagen, gesteinigt, er war dreimal schiffbrüchig und hatte großen Widerstand erfahren. Er hat mit ganzer Kraft bis aufs Blut gekämpft, damit möglichst viele Menschen die unverfälschte Wahrheit erfahren und die Kraft Gottes erleben, die befreit und verändert! Seine klare Botschaft war folgende:

  • Jeder Mensch ist ein Sünder und schuldig vor Gott.
  • Jesus Christus, der Sohn Gottes nahm am Kreuz die Schuld jedes Menschen auf sich.
  • Der Mensch kann seine Rettung nicht durch Werke verdienen. Aber wer an Jesus Christus glaubt und ihn als seinen Herrn und Retter annimmt, bekommt das Geschenk des ewigen Lebens.

Ich hoffe, es hat den Galatern was gebracht, dass Paulus ihnen diesen Brief schrieb und sie fanden dadurch wieder Klarheit und Frieden.
Aber unabhängig davon, wie es damals mit ihnen weiterging, ist dieser Brief für uns heute genauso wichtig. Denn Paulus spricht nicht nur davon, dass Gott uns vom Leistungsdruck befreit. Paulus spricht auch davon, dass Gott uns auch von der Macht der Sünde befreit. Wir werden nicht mehr von Trieben und selbstsüchtigen Wünschen kontrolliert. Als befreite Menschen können wir Gutes tun und in Liebe einander dienen. So lesen wir es weiter im Kapitel 5 Vers 13.

Und was ist nun mit der uralten Frage, ob der Glaube genügt, damit ein Mensch das Geschenk des ewigen Lebens bekommt, oder ob doch auch Werke und Gesetze dafür nötig sind?
Die Antwort ist hier, wie bei vielen anderen Fragen, die Liebe.
Liebe als Ergebnis des aufrichtigen Glaubens. Denn wer liebt, wird tätig.
Und um es auf den Punkt zu bringen, mit Worten von Paulus aus einem anderen Brief:

Wer den andern liebt,
der hat das Gesetz Gottes erfüllt.

 
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