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Erkennen, wie ich erkannt bin…

Denk mal nach: Kannst du schon was erkennen?…

Gott kennt mich durch und durch. Das ist phänomenal, ich empfinde es gar nicht als beängstigend. Im Gegenteil, es berührt mich und lässt mich sicher fühlen. Gott kennt mich und kann mich trotzdem lieben. Ich muss mich nicht verstellen, nichts vor ihm verstecken, er nimmt mich an, wie ich bin und kann gut damit umgehen. Weil er mich durch und durch kennt, kann er mich auch durch und durch verstehen. Besser, als ich mich selbst. Und weil er mich so gut kennt, weiß er auch am besten, wie er die Veränderung in mir bewirken kann, die ich nötig habe. Ich kann ihm vertrauen und mein Leben in seine Hand legen. Das alles empfinde ich als höchst befreiend und beruhigend.

Dass Gott mich komplett kennt, mich erkennt, finde ich schonmal beeindruckend. Doch die Aussage im 1. Korinther Brief finde ich überwältigend. Es ist für mich wie ein so genanntes Aha-Erlebnis. Paulus schreibt im Kapitel 13, Vers 12, dass wir jetzt stückweise sehen, undeutlich wie durch einen trüben Spiegel. Doch einmal werden wir schauen, von Angesicht zu Angesicht. „Dann werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin.“ So steht es geschrieben.

Erkennen, wie ich erkannt bin. Hier heißt erkennen mehr, als jemanden oder etwas zu sehen und dann zu erkennen, wer oder was das ist. Erkennen, wie ich erkannt bin, heißt, so gut erkennen zu können, wie ich auch von Gott erkannt bin. Da Gott uns Menschen durch und durch kennt, deutet dies auf ein sehr hohes Maß an Erkenntnis hin, die Gottes Kinder einmal erlangen werden. Geht es hier aber nur um Wissen und Verständnis, um Zusammenhänge und Hintergründe zu erkennen, die endlich auch alle Fragen beantworten werden? Oder geht es um etwas Tieferes? Erkennen, wie ich erkannt bin, kann das bedeuten, dass ich einmal Gott so tief erkennen werde, wie er mich erkennt? Klingt das zu gewagt?

Im ersten Johannesbrief Kapitel 3, Vers 2 lese ich, dass Gott sich einmal denen zu erkennen geben wird, die er jetzt schon seine Kinder nennt.  Sie werden ihn klar und deutlich sehen, so wie er ist. Dass sie Gott nicht nur sehen, sondern ihn auch tatsächlich tief erkennen werden, macht die Verwandlung deutlich, die die Kinder Gottes dann selbst durchmachen werden. „Wenn wir ihn sehen wie er ist, werden wir ihm gleich sein“, schreibt Johannes. Gott klar zu erkennen, wie er wirklich ist, verursacht eine komplette Verwandlung. Das wundert mich nicht, wenn ich sehe, wie sehr ein Mensch sich schon in diesem Leben verändert, je besser er Gott kennenlernt. Wie groß wird diese Veränderung dann sein, wenn Gottes Kinder ihn direkt und klar sehen, ihn erkennen werden? Es wird eine komplette Verwandlung sein, nach Gottes Vorbild, nach seinem Bild.

 „Das ist das ewige Leben, dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, zu erkennen.“, sagt Jesus selbst im Johannesevangelium Kapitel 17. Das zeigt nicht nur, dass die Ewigkeit in der Gegenwart Gottes zu verbringen, ihn zu kennen und mit ihm Gemeinschaft zu haben, perfektes Glück und ewige Freude in aller Fülle bedeutet. Dass das ewige Leben darin besteht, Gott und Jesus zu erkennen, zeigt auch, dass es die Ewigkeit brauchen wird, um Gott kennenzulernen, seine absolute und reine Liebe, seine Herrlichkeit, seine Weisheit und Macht, und sein vollkommenes Wesen zu erforschen.

Herrliche Aussichten! Doch nur darauf warten muss ich nicht. Gott immer mehr und immer weiter zu erkennen, fängt schon in dieser Welt an und geht in der Ewigkeit weiter. Denn der Anfang jeder Weisheit ist die Furcht Gottes. Mit Ehrfurcht vor Gott fangen Erkenntnis und Weisheit schon in diesem Leben an. Indem ich Gott beachte und nach seinen Richtlinien lebe. Indem ich in der Bibel nach ihm forsche. Und indem ich ihn in jedem Bereich meines Lebens einbeziehe und mich für sein Wirken und seine Leitung öffne. So lerne ich Gott kennen, wie er ist, was er denkt. Das prägt und verändert mich. Das lässt mich immer mehr durch Gottes Perspektive sehen. Und das setzt den Prozess des Erkennens in Gange, der hier in diesem Leben beginnt und sich über die Ewigkeit erstreckt. 

Noch sehen wir stückweise, wie durch einen trüben Spiegel. Doch einmal werden wir von Angesicht zu Angesicht sehen. Wir werden erkennen, wie wir erkannt sind. Und wir werden ihm gleich sein, und ihn sehen, wie er ist.
Wer diese Hoffnung hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist.

 

(1.Korinther 13,12 und 1.Johannes 3,2)

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