Denk mal nach: Wo trittst du hinein?
Ich bin schon wieder in eine Pfütze getreten! Vollgespritzt mit Schlamm stehe ich da und ärgere mich mal wieder über mich selbst. Mit nassen Füssen und schüttelndem Kopf laufe ich weiter und höre laut und deutlich meine eigenen schonungslosen Gedanken…
Ob buchstäblich oder bildlich, es gibt immer mal wieder Pfützen auf dem Weg, den ich gehe, das ist Fakt. Die Frage ist, wie ich damit umgehe: Wie ein lachendes Kind, das in der Pfütze hin und her springt und die Welt um sich herum vergisst, oder eher wie jemand, der die Wichtigkeit von Geradeausschauen erkennt?
Wenn ich das auf meinen Lebensweg übertrage, wird mir klar, dass Ablenkung nicht immer eine „willkommene Ablenkung“ ist. Besonders bei wichtigen und dringenden Angelegenheiten. Und dazu gehört für mich auch, wie ich meinen Glauben an Gott praktisch lebe. Lasse ich zu, dass meine Aufmerksamkeit auf Dinge gelenkt wird, die meine geistlichen Augen so sehr verblenden, dass ich den richtigen Weg nicht mehr klar sehen kann? Dann ist es fast vorprogrammiert, in eine „Pfütze“ zu treten …
Natürlich sind wir Menschen nicht perfekt, natürlich machen wir Fehler und natürlich leben wir aus der Gnade und der Vergebung Gottes. Gottes Gnade ist es, die uns am Leben hält. Doch sie ist keine „blinde“ Gnade. Gott kennt jeden Menschen genau und sieht das Gute, aber auch das Nicht-Gute, das wir Menschen denken und tun. Die großen und kleinen Pfützen, in die wir hineintreten. Und obwohl Gott Verständnis für uns hat, ist der folgende Satz ebenfalls wahr, wenn auch erst einmal erklärungsbedürftig: Jeder Mensch muss die Vergebung Gottes annehmen und ihm die Herrschaft des eigenen Lebens übergeben! Dieser Satz ist nicht so leicht zu verstehen. Es geht um Schuld, Vergebung und darum, wer die Herrschaft, das Sagen im Leben hat.
Die eigene Sünde zu erkennen und zu verstehen, wie nötig es ist, Gottes Vergebung anzunehmen, ist der leichtere Teil. Gott bietet jedem Menschen seine Vergebung an. Er will die „schlammigen Spritzer aus den Pfützen“ abwaschen. Vor meinen Augen habe ich das Bild von Jesus, wie er vor seinen Jüngern kniet und ihnen die Füße wäscht. Wie kann es sein, dass der Sohn Gottes, vor dem sich Engel und unsichtbare Mächte beugen, sich selbst erniedrigt und uns Menschen dient? Doch Jesus Christus ist gekommen, um zu dienen. Das sind seine Worte. Er ist gekommen, um uns vor der Macht des Bösen zu befreien und um unsere Schuld durch seinen Tod zu tilgen. Durch ihn ist Gottes Vergebung möglich. Und jeder Mensch braucht diese Vergebung.
Doch das ist nur der erste Schritt. Was danach folgt, ist, Gott die Herrschaft über das eigene Leben zu übergeben. Das allerdings ist nicht ganz so leicht zu akzeptieren. Es liegt vielleicht mit daran, dass das Wort Herrschaft im Laufe der Geschichte eine negative Bedeutung bekam. Es wird oft mit Unterdrückung, Machtsucht und Ausnutzen in Verbindung gebracht. Es erinnert an Könige und Diktatoren, die selbstsüchtig, hart und rücksichtslos sind. Leider auch in unserer Zeit! So jemandem würde ich niemals freiwillig die Herrschaft über mein Leben anvertrauen. Kaum jemand würde das tun.
Aber was, wenn es jemanden gäbe, der uns Menschen genau kennt, uns annimmt und die besten Absichten mit uns hat? Jemand, der die wertvollsten Ratschläge hat, wie wir Menschen unser Leben sinnvoll leben können? Jemand, von dem wir lernen können, was es heißt, geliebt zu sein und richtig zu lieben? Jemand, der mächtig ist und uns in jeder Lebenssituation zur Seite steht? Würde ich so jemandem mein Leben freiwillig anvertrauen? Ihn als Leiter und Wegweiser annehmen wollen? Ja, Einem solchen Herrn würde ich gerne folgen! Und das ist es, wozu uns Jesus einlädt.
Eine Frage bleibt noch: Wenn ein Mensch Gottes Vergebung empfängt und Jesus als seinen Herrn annimmt, was ist dann mit den Pfützen, die auch künftig auf dem Weg sein werden?
Dafür gibt es Warnschilder! Diese finden wir in der Bibel. Manche dieser Warnschilder fallen beim Lesen sofort ins Auge, manche anderen erst mit der Zeit. Je besser wir die Gedanken Gottes in der Bibel kennenlernen, desto besser wird es uns gelingen, mit Gottes Augen zu sehen. Dadurch werden auch Gottes Warnschilder nach und nach deutlicher.
Zugegeben, das braucht Übung. Wir können uns aber darauf verlassen, dass Jesus uns zur Seite steht, mit seiner ganzen Weisheit und Macht. In die eine oder andere Pfütze werden wir wahrscheinlich trotzdem treten. Doch auch diese „Schlammspritzer“ wird Gott abwaschen. Das Wichtigste ist, dass wir auf unserem Lebensweg Jesus nahe bleiben! Denn er weiß genau, wo die Pfützen sind. Deshalb will auch ich Jesus vertrauen und anhalten, wenn er das nächste Mal ruft: „Achtung, Pfütze!“
Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.
Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangen nehmen.
(1 Korinther 6,12)
Weil wir nun solche Verheißungen haben, lasst uns von allem trennen,
was Körper und Geist unrein macht.
In Ehrfurcht vor Gott wollen wir immer mehr in Heiligkeit wachsen.
(2 Korinther 7,1)
