Denk mal nach: Dankst du schon, oder sorgst du noch?…
Da sehe ich sie, zwei fröhliche Mädchen, die Hand in Hand gehen. Ihre Namen, Todah und Irini. Die beiden Mädchen sind unzertrennlich. Überall, wo sie hingehen, verbreiten sie Freude und Zuversicht. Todah läuft vor. Und wenn man sie kommen sieht, dann weiß man, hinter ihr folgt immer Irini.
Ein schönes und hoffnungsvolles Bild! Diese Mädchennamen habe ich nicht zufällig ausgesucht. Todah bedeutet im Hebräi-schen Danke. Und Irini im Griechischen Frieden. Dass das eine Mädchen immer vorgeht, und das andere nachfolgt, ist das Bild, was ich vor Augen habe, wenn ich die Verse 6-7 aus dem 4 Kapitel des Philipperbriefs lese.
„Seid um nichts besorgt, son-dern bringt eure Anliegen mit Dank vor Gott.
Und Gottes Frieden wird eure Herzen und Gedanken bewahren.“
Erst Danke sagen, dann folgt Frieden, Ruhe. Sowie bei den beiden Mädchen, Todah und Irini, in meinem Bild. Todah, die Dankbarkeit, geht vor, und Irini, die Ruhe in Gott, folgt nach. Die Verse aus dem Philipperbrief beinhalten dieses Geheimnis, das eigentlich kein Geheimnis ist. Nur, wie oft bei Bibel-Schätzen, liegt dieser hier auch etwas tiefer.
Seit langem sind diese Verse aus dem Philipperbrief eine meiner Lieblingsbibelstellen. Doch mit dieser Bibelstelle ging es mir oft wie manchen Menschen, die vor einem Schaufenster stehen und etwas bewundern, das sie sich nicht leisten können. Sorgen und Ängste an Gott abzugeben, und dann zu spüren, wie Gottes Frieden ins Herz einkehrt, egal wie die Lebenssituation aussieht, funktioniert nicht immer einfach so. Manche Menschen können das. Sie machen sich erst dann Gedanken, wenn etwas tatsächlich passiert. Ich bewundere sie! Gerne würde ich auch meine Zukunfts- und Verlustängste beiseitelegen, die mir oft den Frieden stehlen. Und auch die Frustration, weil es Dinge gibt, die ich in meinem Leben anders wünsche, aber ich nicht wirklich die Hoffnung habe, dass sie sich bald ändern.
Umso mehr freue ich mich, wenn es mir dann doch gelingt, Gott alles abzugeben, und ich dadurch mehr Gelassenheit spüre. Der Blick in die Vergangenheit hilft mir enorm. Ich erkenne, wie Gott in manchen kritischen Zeiten immer noch die Kontrolle hatte, selbst wenn es fünf vor zwölf war. Ich sehe, wie er in aussichtslosen Situationen noch einen Ausweg bereithielt, und wie er Dinge im Voraus plante, und anschließend in die Wege leitete.
Der Blick zurück erinnert mich an Gottes Fürsorge und Treue, und stärkt mein Vertrauen zu ihm. Und so kann ich auch in der Gegenwart und für die Zukunft auf Gottes Barmherzig-keit, Macht und Weisheit vertrauen. Gott weiß was er tut, wann, und wie er das tut. Wenn ich unruhig werde, bringe ich meine Sorgen zu Gott, der zu mir sagt: „Fürchte dich nicht!“. Ich komme zu ihm und führe mir bewusst vor Augen, dass er da ist und mir zuhört. Dass er bei mir ist, und durch Höhen und Tiefen mit mir geht. Dass er alles in der Hand hat, und nur das in meinem Leben zulassen wird, das mein Vertrauen zu ihm wach-sen lässt, und meinen Glauben stärker macht. Und was mich besonders trägt, ist das Vertrauen auf Gottes Zusage, dass die-se Welt nicht alles ist. Mein Leben geht über diese Welt und über dieses Zeitalter hinaus. Wenn ich das alles fest vor Augen habe, und Gott bewusst dafür danke, dann merke ich, wie Frie-den und Ruhe in mein Herz einkehren. So werden die Verse aus dem Philipperbrief lebendig und ganz praktisch. Danken bringt Frieden!
Was mich hier noch sehr berührt, ist was Paulus im Vers 7 schreibt: Der innere Frieden, den ich erlebe, wenn ich meine Sorgen mit Dank vor Gott bringe, wird mein Herz beschützen und in Jesus bewahren!
Mein Herz wird vielfältig attackiert. Durch Sorgen und Probleme, durch Beschuldigungen und Verletzungen, durch kaputte Beziehungen, durch Ablehnung und Versagen. Und auch böse Einflüsse und Versuchungen greifen mein Herz an. Doch wie ein Schild beschützt der Friede Gottes mein Herz vor all diesen feurigen Pfeilen, sodass es Ruhe und Frieden in Jesus findet. Denn der Friede, den Gott gibt, stützt sich nicht auf äußere und instabile Umstände, sondern auf Gottes Zusagen. Und auf Jesus, meinen Herrn, der die Macht besitzt, diese Zusagen zu erfüllen.
Danksagung und Friede gehören fest zusammen, sie gehen Hand in Hand. Wie diese zwei Mädchen in meinem Sinnbild, die überall Hoffnung und Zuversicht verbreiten. Todah, die Dankbarkeit, geht vor, und hinter ihr folgt immer Gottes Ruhe, Irini. So erlebe ich es. Für mich ist das eine erprobte und erfahrbare Wahrheit, auf die ich mich verlassen kann!
Seid um nichts besorgt, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott offenbar werden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und euren Sinn bewahren in Jesus Christus.
(Jesus Christus, Matthäus 10,37)